Windenergie im Landkreis Starnberg?

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Am 8. Februar stimmten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Inning ab, ob sich ihre Gemeinde an dem Windenergieprojekt im Mauerner Wald (Martinsberg) an der A96 beteiligen soll und sich als Gemeinde damit die Chance wahrt, gemeinsam mit dem kommunalen Projektentwickler, den Stadtwerken  München, sowie der Energiegenossenschaft Fünfseenland eG in eine Betreibergesellschaft einzutreten, die auch eine finanzielle Bürgerbeteiligung beinhaltet. Das Ergebnis der Abstimmung finden Sie hier!

Windenergie ist eine günstige und sehr effiziente Energieform, die sich auch in unserer Region rentiert. Jede Gemeinde sollte sich daher gut überlegen, ob sie auf diese nachhaltige, umweltfreundliche Energieform verzichten möchte. Gerade Windenergieanlagen verbrauchen wenig Fläche und lassen sich nach ihrer Betriebszeit, wenn dies gewollt ist, vollständig zurückbauen. Der Rückbau ist schon bei der Genehmigung finanziell und rechtlich abgesichert.

Während in unserer Region tausende von Hektar freier Flächen rücksichtslos neuen Umgehungsstraßen, dem Straßenausbau und neuen Gewerbegebieten geopfert wird, wo sich kein Mensch ernsthaft über den Artenverlust und Verlust von Natur beklagt oder Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet, wird der Natur- und Umweltschutz zur Verhinderung von Windrädern mit Leidenschaft ins Feld geführt.  Dabei gilt in Deutschland das strengste Naturschutzgesetz mit einem absoluten Tötungsverbot für gefährdete und geschützte Arten durch Infrastrukturprojekte. Das ist klar geregelt und daher wird das auch intensiv im Rahmen eines Bauleitplanungs- oder Genehmigungsverfahrens geprüft. Sollte eine Art durch ein Projekt nachweislich gefährdet sein, heißt dies nicht zugleich, dass die Projektplanung beendet werden muss, vielmehr sind dann weitere Prüfungen über einen längeren Zeitraum vorgegeben oder es werden anerkannte und erprobte Methoden des Schutzes angewandt. So gibt es für bestimmte Tierarten sehr erfolgreiche Strategien – vom Angebot neuer und besserer Nistplätze über professionelles Monitoring mit Abschaltung der Windräder bspw.  zur Dämmerung u.v.m. Die langjährige Erfahrung und wissenschaftliche Expertise belegen: Es gibt erfolgreiche Möglichkeiten zur Abwendung von Gefahren ohne auf die Windräder verzichten zu müssen.

Da sich Windkraftgegner offenbar intensiv für das Wohlergehen von Tieren  interessieren, wäre es doch eine prima Idee, sich für Hundertausende Opfer von konventionellen Kraftwerken, wie bspw. Kohlekraftwerken, oder Hochspannungsleitungen und Gittermasten einzusetzen und vor allem: gegen neue Straßen!  Denn: Wo  sterben die meisten Vögel? An normalen Gebäuden und durch Verkehr. Pro Jahr verenden in Deutschland ca. 250.000 Singvögel  allein an Fensterscheiben. Autobahnen und auch die intensive konventionelle Landwirtschaft sind ebenfalls regelrechte Vogelkiller. Durch Versiegelung und intensive Landnutzung verlieren Hundertausende Tiere ihren Lebensraum.  Diese kleinen, unscheinbaren Singvögel sind zwar keine derartig charismatische Tierarten wie ein Milan, Schwarzstorch oder Uhu (der übrigens nicht mehr auf der Roten Liste steht), doch für das Ökosystem und die Nahrungskette sind sie nicht minder bedeutend. Also steht auf und kämpft für unsere Vögel, für Uferschnepfe, Wiesenpieper, Stieglitz und Schwarzkehlchen!

Umwelt- und Naturschutzverbände gehen übrigens von ca. 10-100 tausend toten Vögeln durch Windenergie aus bei ca. 24.000 Windrädern. Das ist schlimm und an Vermeidungsstrategien muss unbedingt weitergearbeitet werden. Aber im Autoverkehr sterben in Deutschland pro Jahr mindestens 10 Millionen Vögel. Autobahnbrücken, LKW und PKW sind Todesfallen besonders für Greifvögel und Schwäne, letztere verwechseln Autobahnen offenbar mit Flussläufen, die sie für die Orientierung nutzen – mit fatalen Folgen.

Sind Umwelt- und Naturschutz-Argumente  im Zusammenhang mit Windenergie also hauptsächlich vorgeschoben, weil die Windräder eben manchen Menschen einfach vor der eigenen Haustür nicht gefallen?

Auch das Thema Infraschall wird gerne bemüht und als krankmachende Umweltverschmutzung bezeichnet, die von den Planern nicht berücksichtigt werde. Dabei gehört Infraschall schlicht zu unserer natürlichen Umwelt: Jede Welle, die an den Strand rollt, erzeugt mehr Infraschall als eine Windturbine, jeder Windstoß erzeugt Infraschall, Straßenverkehr erzeugt Infraschall und gerade im Inneren eines Autos sind die höchsten Schalldruckpegel von Infraschall zu messen, mehr als in der unmittelbaren Umgebung eines Windrads.

Wer also ernsthaft Tiere und Menschen schützen möchte, sollte sich für den Klimaschutz und die Energiewende einsetzen und eine Demokratisierung und Rekommunalisierung der Energieversorgung befürworten, die auch Windräder beinhaltet. Wer für Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung und eine nachhaltige, bezahlbare Energieversorgung ist, kann nicht gegen Windräder sein!

Brauchen wir also Windenergie im Landkreis Starnberg?

  • Ja, weil sich die vorgesehenen Standorte voraussichtlich gut für die Nutzung von Windenergie eignen.
  • Ja, weil die Errichtung von Windrädern einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen, dezentralen Energieversorgung leisten kann.
  •  Ja, weil die Gemeinden mit zwei bis drei Anlagen bereits mehr Strom produzieren, als sie selbst verbrauchen.
  • Ja, weil alle geltenden Vorgaben für Schall- und Schattenwurf ohnehin eingehalten werdenund große Abstände zu den nächstgelegenen Wohngebieten bereits gewährleistet sind.
  • Ja, weil im Vorfeld durch aufwändige Prüfungsverfahren der Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen nachgewiesen werden muss.
  • Ja, weil die Gemeinden die Projekte aktiv mitgestalten können und die zu erwartenden Erträge allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen: Zusätzliche Investitionen in öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Sportanlagen oder in die öffentliche Infrastruktur werden ermöglicht.
  • Ja, weil die Windräder nur dann gebaut werden, wenn deren Wirtschaftlichkeit im Vorfeld nachgewiesen werden kann.
  • Ja, weil Windstrom sauber und nachhaltig ist, einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leistet und dabei hilft, den nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen.
  • Ja, weil Windkraft höchst effizient und damit ein wichtiger Baustein im intelligent vernetzten, künftigen Energiemix ist – sowohl in Deutschland als auch im Landkreis Starnberg.

Windenergie ist Teil eines ausgewogenen Energiemixes für unsere Region!

 

 

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Hier finden Sie Informationen zur Windenergie allgemein, zur Windenergie im Landkreis Starnberg, der Stadt Starnberg und den Gemeinden

Energiewende-Verein

Gemeinde Berg

Bürgerwind Berg

Landratsamt – Landkreis Starnberg

Stadt Starnberg

Video über eine Infoveranstaltung des Bayerischen Bauernverbands im Juli 2011

Meine Stadt  – Starnberg

 
 
 
 

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