Strom aus der Luft – Neue Chancen für die Windkraft

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Sie hatten schon früh die Vision von der Energiewende, die Wildpoldsrieder. Genauer gesagt einer in der 2500-Seelen-Gemeinde im Allgäu: Wendelin Einsiedler. Der Landwirt erkannte in den 90er-Jahren das Potenzial des Windes in seiner Region und er wollte sie nutzen. Fünf Windräder hat er zusammen mit anderen Bürgern gebaut. Und die lieferten zweimal so viel Strom, wie Wildpoldsried selbst verbraucht.

Daneben gibt es in Wildpoldsried auch ein Biomasseheizkraftwerk, das Wärme liefert. Und jede Menge Photovoltaik-Anlagen, die zusätzlich Strom produzieren. Aber eben nicht im Winter, wenn sie von Schnee bedeckt sind. In Wildpoldsried können fünf Monate im Jahr Schnee liegen.

Alt und neu

Zum Glück erzeugen die Windräder zwölf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Obwohl einige Anlagen fast 20 Jahre alt sind. Heutige Anlagen würden viel mehr bringen.

„Die heutigen Anlagen haben viel höhere Nabenhöhen, größere Rotoren und ausgefeiltere Technik, die sich dem Wind anpasst. Und man kann sagen, eine heutige Windkraftanlage schafft zehnmal so viel, wie eine Windkraftanlage vor 15 Jahren.“ (zit. Wendelin Einsiedler)

Wendelin Einsiedler (links) mit Bürgermeister Arno Zengele

Wildpoldsried wollte mehr. Mit Unterstützung der lokalen Politik plante Wendelin Einsiedler zwei neue Windräder. Zusammen mit den fünf alten liefern sie heute etwa sechsmal so viel Energie, wie Wildpoldsried verbraucht. Der Wind im Allgäu weht ertragreich.

Und im restlichen Binnenland?

Einer, der sich in diesem Thema bestens auskennt, ist der Oberpfälzer Meteorologe Josef Guttenberger.

SODAR

Er ist mittlerweile auf der ganzen Welt unterwegs, um geeignete Standorte für Windkraftanlagen zu testen. Mit dabei ist immer sein SODAR. Mit dem Gerät schickt er Schallpulse in 180 Meter Höhe. Das Echo, das von Staub-Teilchen in der Luft zurückgeworfen wird, zeigt dann, wie stark der Wind weht. Das ist vor allem vom Profil der Landschaft abhängig. Aber nicht nur.

„Je weiter man sich vom Boden in die Atmosphäre bewegt, desto stärker wird die Windgeschwindigkeit. Heißt natürlich, man muss die Anlagen höher bauen, damit die Windgeschwindigkeit und der Ertrag auch erbracht werden kann. Und dann kriegt man durchaus Erträge, die mit denen an der Küste vergleichbar sind.“ (Dr. Josef Guttenberger)

Erst wenn der Wind im Durchschnitt fünf Meter pro Sekunde weht, rentiert sich eine Windkraftanlage. Früher konnte man die Windräder nicht so hoch bauen, heute erreicht man schon Nabenhöhen von 170 Metern. Damit werden auch ganz neue Standorte interessant:

„Der Wald bietet den Vorteil, dass der Abstand zu den Siedlungen, zu den Wohngebieten, leichter eingehalten werden kann. Damit ist auch mehr Fläche für die Windkraft nutzbar.“ (Dr. Josef Guttenberger)

Das Potenzial im Binnenland, ob in der Oberpfalz, im Allgäu oder bei uns im Fünfseenland ist also noch längst nicht ausgeschöpft.

Weitere Informationen

Gemeinde Wildpoldsried
Rathaus
Kemptener Straße 2
87499 Wildpoldsried
Tel.: 0 83 04 / 9205-0

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