Infraschall und Nocebo-Effekt

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Spürt ein Mensch negative Auswirkungen aufgrund von Infraschall, so sind diese vielmehr in seiner eigenen Angst davor begründet, als in einer tatsächlichen Gesundheitsgefährdung: Das bestätigt Psychologe Keith J. Petrie von der Medizinischen Hochschule Auckland in seiner Abhandlung über den so genannten „Nocebo-Effekt“. Dieser wissenschaftliche Terminus steht für ein Phänomen, bei dem auf grundsätzlich wirkungslose Präparate oder Umstände tatsächlich negative Reaktionen folgen. Eine negative Einstellung zu Windrädern könne somit zum sogenannten Windrad-Syndrom führen, so Petrie.

Seine Ausführungen begründet der Wissenschaftler mit einem Experiment mit insgesamt 54 Teilnehmern. Eine Gruppe sah eine Dokumentation über gesundheitsschädigende Auswirkungen von Infraschall. Einer anderen Gruppe wurde von mehreren Forschern dargelegt, dass Infraschall unbedenklich sei und uns im Alltag ständig begleitet – sowohl im Straßenverkehr, bestimmten Wetterphänomenen, bei Meeresrauschen oder der Kommunikation zwischen Tieren. Anschließend wurden beide Gruppen in einen Raum geführt, wo sie angeblich mit den tiefen Tönen beschallt wurden. Der Test bestätigte die ursprüngliche Annahme Petries: Diejenigen Probanten, die Angst vor dem Infraschall hatten, fühlten sich in dem Raum körperlich unwohl – unabhängig davon, ob wirklich etwas vom Band abgespielt wurde oder ob es völlig still war. Wer den Raum ohne Bedenken betrat, blieb vom Infraschall unberührt. Redakteurin Jana Schlütter von der „Zeit“ bringt das Ergebnis des Experiments auf den Punkt: „Man kann das Windrad-Syndrom einfach verhindern – durch weniger Panikmache.“

 

Quelle: prowindenergie.at
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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Ein Kommentar zum Artikel “Infraschall und Nocebo-Effekt

  1. Sebastian sagt:

    Frage
    Es wird vorgebracht, Frau Dr. Nina Pierpont hätte in den USA den Nachweis erbracht, dass der Infraschall von Windenergieanlagen beim Menschen das sogenannte Windturbinen-Syndrom auslösen könne. Dieses äußere sich in zwölf Hauptsymptomen: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus (Ohrpfeifen), Ohrendruck, Schwindel, Drehschwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Herzrasen, Reizbarkeit, Konzentrations- und Erinnerungsprobleme sowie Panikattacken gekoppelt mit dem Gefühl, dass die inneren Organe pulsieren oder zittern. Stimmt das?

    Antwort
    Frau Dr. Nina Pierpont rief im März 2006 über das Internet Menschen, die in der Nähe von Windenergieanlagen leben und ihre gesundheitlichen Beschwerden ursächlich auf die Windenergieanlagen zurückführen, dazu auf, sich bei ihr zu melden. Sie befragte insgesamt 23 Personen telefonisch und erhielt von ihnen Informationen zu Symptomen von weiteren 15 Personen. Basierend auf den 23 Telefonaten schuf sie ein neues Krankheitsbild und nannte es „Windturbinen-Syndrom“, auf Englisch „Visceral Vibratory Vestibular Disturbance (abgekürzt, VVVD; das bedeutet „vibrationsbedingte Störung des Gleichgewichtsorgans“). Sie beschreibt dieses Krankheitsbild mit den oben genannten zwölf Hauptsymptomen, die stets in Kombination auftreten würden. Frau Dr. Pierpont veröffentlichte ihre Ergebnisse 2009 in einem knapp 300-seitigen, englischsprachigen Buch mit dem Titel „Wind Turbine Syndrom – A Report on a Natural Experiment“. Die Inhalte des Buches haben sich inzwischen weltweit verbreitet. Bei Anti-Windkraft-Kampagnen tritt Frau Dr. Pierpont als „Sachverständige“ auf.

    Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Studie offensichtlich gravierende Mängel enthält. Schon die Vorgehensweise, lediglich auf der Grundlage von 23 Telefonaten ohne begleitende medizinische Untersuchungen ein neues Krankheitsbild mit zwölf Leitsymptomen zu entwickeln, mutet abenteuerlich an. Auch die gewagte These, die zwölf Symptome seien auf Infraschall zurückzuführen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Denn die Autorin hat keinerlei akustische Messungen vorgenommen und auch nicht näher dargelegt, wie es zu einer Störung des Gleichgewichtsorgans kommen soll. Ihre Schlussfolgerungen werden durch die Versuchsdaten in keiner Weise gestützt. Es verwundert daher nicht, dass die Arbeit bis heute in keiner wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Das angebliche Krankheitsbild ist wissenschaftlich nicht anerkannt.

    Fazit: Ein „Windturbinen-Syndrom“ gibt es nicht.

    Quelle: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/229961/

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